Interview mit Susanna Montua - Fali (Mai 2012)

 

 

Feathergames: Sie Schreiben ja in recht vielen Genres, in welchem fühlen Sie sich am wohlsten?

Susanna Montua: Wohl fühle ich mich in allen Genres, in welchen ich mich bisher versucht habe. Aber es geht mir nicht jedes einfach von der Hand. Ein Krimi macht mir schon mehr Probleme und Kopfzerbrechen, als beispielsweise meine Fantasy-Geschichten. Und die Kindergeschichten benötigen eine ganz besondere Aufmerksamkeit in den kleinen Details, die sich wiederum bei Teenagern von alleine erschließen. Was ich damit sagen will, ich kann nicht jeden Tag eine bestimmte Geschichte schreiben, sondern ich muss variieren. Am einen Tag liegt mir der Krimi mehr, am anderen eher Fantasy usw.

Feathergames: Auf Ihrer Internet Seite steht ja bereits das Sie nach Ihrem Umzug begannen zu schreiben, wie
kam es dazu und woher nehmen Sie die Inspiration zu immer neuen Geschichten die Sie ja, eigentlich unüblich, um die Überschrift herum stricken?

Susanna Montua: Ziemlich bald nach dem Umzug wurde ich schwanger und bekam unser drittes Kind. Mit dem unerwarteten Zuwachs schwand auch der letzte Rest Zeit, den ich in das zeitintensive Hobby des Online-Rollenspiels stecken konnte. Es musste also ein anderes Hobby her. Bereits in der Schwangerschaft hatte ich begonnen die Biss - Reihe zu lesen und war nach Band vier sehr enttäuscht, dass es nicht mehr weiter ging. Damit wurde der Grundstein für meine erste Fantasy-Geschichte gelegt. An die Ideen komme ich auf unterschiedliche Weise. Es genügt manchmal nur ein völlig seltsamer Kommentar auf Facebook. Plötzlich schießt mir eine "Überschrift" in den Kopf - diese hat selten etwas mit dem eigentlichen Thema zu tun - und sofort wird begonnen, ein paar Sätze um diese Überschrift zu formen.

Feathergames: Haben Sie vielleicht Hilfe beim schreiben? Wenn es hakt und der Plott einfach nicht läuft, hilft Ihnen vielleicht Ihr Mann?

Susanna Montua: Mein Mann ist sicherlich ein gutes Auffangbecken für meinen Frust, er hört sich vieles an, aber da ich so gar nicht in seinem Stil schreibe, musste ich mir anderweitig Hilfe suchen. Diese habe ich nun bei den Tintenzirklern gefunden (www.tintenzirkel.de). Hier sind einige veröffentlichte, aber auch noch beginnende Schreiberlinge beisammen, die sich untereinander austauschen, Pfannen verteilen, helfen, wenn der Plot hängt, oder man einfach seine Gedanken ordnen muss.

Feathergames: Wann schreiben Sie meist? Viele kennen das Problem das Sie nachts die meiste Inspiration haben, ist es bei ihnen ähnlich?

Susanna Montua: Um Himmels willen, nein *lach*. Meine Nächte sind mir heilig. Bei drei Kindern kann ich mir das nicht erlauben. Ich reihe mich eher in die Liga der Spontanschreiber ein. Soll heißen: Oh, Kinder im Kindergarten, Tochter schläft - schreiben. Oder: Oh, Papa geht mit allen drei auf den Spielplatz und ich muss nicht mit - schreiben. Oder aber auch: Alle im Bett und selig am Schlummern, der Fernseher gibt nichts her - schreiben. Meine Inspiration kommt dann meist beim Spülen, Kochen, Wäsche waschen - das sind dann jene Momente, in welchen mein Oberstübchen brodelt und schon mal ein paar Sätze ausformt, Ideen anbringt etc.

Feathergames: Sitzen sie momentan an einem größeren Projekt und um was handelt es sich dort?

Susanna Montua: Aktuell übe ich mich noch etwas in Geduld. Ich habe ein paar Projekte, die teilweise geschrieben sind, die ich nun gerne fertigmachen würde, obwohl eine ganz aufdringliche Idee immerzu an meinem Rockzipfel zubbelt. Da ich aber täglich mit neuen Infos und Arbeit aus dem Lektorat rechne, muss diese Geschichte warten. Ich denke aber, dass ich ggf. Ende April/Mai mit meinem nächsten, großen Projekt anfangen kann.

Feathergames: Lesen Sie in Ihrer Freizeit gern oder schreiben Sie jede freie Minute und haben so keine Zeit zu lesen? Haben Sie vielleicht ein Lieblingsbuch?

Susanna Montua: Ein Lieblingsbuch? Lieblingsbücher. Alle aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Ich liebe alle Bücher von Erma Bombeck - so herzhaft gelacht, wie bei ihren Erzählungen, habe ich bei kaum einem Buch. Durch die wenige Zeit komme ich allerdings wirklich wenig zum Lesen. Aber wenn es mich dann überkommt, dann lese ich gern und viel.

Feathergames:
Das war es schon. Die letzten Frage wären noch, was möchten Sie mit Ihren Büchern erreichen? Haben Sie noch eine Nachricht für Ihre Fans?

Susanna Montua: Das ist eine sehr gute Frage, die ich spontan mit: unterhalten und begeistern beantworten möchte. Ich persönlich tu mir immer sehr schwer, wenn ich Bücher lese, bei welchen eine gewisse "Mitarbeit" von mir verlangt wird. Nicht, dass diese Bücher schlecht wären, nein, aber für mich, in meiner Situation, sind sie dann doch recht "schwer" und werden daher eher stiefmütterlich behandelt. Ich bevorzuge eher leichte Kost. Bücher, die einen mit sich nehmen, einen entführen, Spaß und Action bringen, ohne dass man in Forensik oder Ähnlichem studiert haben muss, um diese zu verstehen. Wenn also ein Leser meine Geschichten liest und anschließend sagt "schön wars", "fesselnd wars", "spannend wars" - dann habe ich erreicht, was ich wollte.
Meinen Fans möchte ich sagen, dass ich froh bin, dass es sie gibt. Denn ohne den ein oder anderen, der stets hinter mir gestanden hat und gedrängelt hat, endlich vorwärtszukommen, wäre ich nicht da, wo ich jetzt bin. Das Autorenleben ist sehr einsam und auch anstrengender, als man meint. Und genau in diesem Punkt sind es die Fans, die einen motivieren und ich hoffe, es kommen noch ein paar hinzu, die mich zu weiteren Arbeitsstunden anspornen und mit mir so manche Stunde abwarten, bis eine Agentur/ein Verlag sich meldet - Danke!
So, das war es schon. Wie gesagt, es waren tolle Fragen und es hat mir jede Menge Spaß gemacht. Ich freue mich, bald wieder von euch zu hören und sende sonnige Grüße aus dem schönen Walldorf,
Susanna Montua