Interview mit Ann-Kathrin Karschnick - Julie (Oktober 2013 - FBM Special)

 

Dieses Interview wurde von Julie auf der Frankfurter Buchmesse 2013 am Freitag, den 11.10. geführt. Es war ihr erstes Live-Interview!

 

Feathergames: Die Standardfragen hast du alle auf deiner Homepage beantwortet. Vor wenigen Tagen hast du ein neues Buch veröffentlicht.

 

Ann-Kathrin Karschnick: Genau, Phönix - Tochter der Asche.

 

Feathergames: Soll das eine Trilogie oder ein Einzelband sein?

 

Ann-Kathrin Karschnick: Das lustige ist: Ich hatte das erst nur auf einen Band ausgelegt. Dann kam mein Verleger: „Jaja, da kommen noch Teile, nicht wahr?“. Ich nur: „Öhm, jaa…“

Es wird tatsächlich eine Trilogie werden und 2014 soll der nächste Band erscheinen.

 

Feathergames: Wie würdest du den Inhalt von "Phönix – Tochter der Asche" kurz zusammenfassen?

 

Ann-Kathrin Karschnick: Ich hab das immer so zusammengefasst: Es ist ein Teslapunk-Dystopie-Krimi mit romantischen Ansätzen. So, und die meisten wissen jetzt nicht, was Teslapunk ist, deswegen erkläre ich das: Nikola Tesla war ein Wissenschaftler, der Ende 1890 bis 1940 gelebt hat. Er hat halt sehr viel mit Magneten und Strom gemacht. Viele kennen ja Steampunk – die Welt basiert auf Dampf - und Teslapunk basiert auf Strom und Magneten.

 

Feathergames: Du hast bereits eine Trilogie veröffentlicht, die nicht mehr erhältlich ist. Um was ging es bei dieser und wird sie irgendwann wieder erhältlich sein?

 

 Ann-Kathrin Karschnick: Die Kara-Trilogie wird es definitiv nicht mehr geben, die ist schon „aus und vorbei“. Bei Kara (Low-Fantasy) ging es um eine sehr konfliktscheue Trilogie, die tatsächlich für Leser, die mit der Fantasy anfangen, gedacht war. Die Romane handeln von Kara, die zwischen siebzehn und achtzehn Jahren alt ist und verheiratet werden soll. Allerdings ist sie dagegen und flieht durch ein Götter verursachtes Unwetter, das in ihrer Kirche auftritt. Sie flieht, um einen Sinn in ihrem Leben zu finden. So erlebt sie diverse Abenteuer, die in dieser Trilogie aufgedeckt werden, bis dann nachher herauskommt, wer sie tatsächlich ist.

 

Feathergames:  Auf deiner Homepage steht etwas von einem Plot für ein neues Jugendbuch. Kannst du uns da schon etwas darüber erzählen?

 

Ann-Kathrin Karschnick: Ich habe tatsächlich bereits eine Idee für einen Jugendbuchthriller, wobei Thriller noch so die Frage ist, ob das tatsächlich mit den Elementen hinkommt. Viel kann ich noch nicht verraten außer, dass es mit einem meiner Hobbys, dem Geocaching, zu tun haben wird.

 

Feathergames: Darfst du uns bereits etwas über den zweiten Band der neuen Trilogie verraten?

 

Ann-Kathrin Karschnick: Ich kann erzählen, dass Leon und Tavi, die beiden Hauptpersonen, weiter etwas zusammen unternehmen müssen. Es wird aus Hamburg herausgehen, soviel weiß ich schon. Was danach passiert, will ich nicht spoilern.

 

 Feathergames: Was für einen Tipp könntest du Jungautoren geben, was das Schreiben oder auch das Veröffentlichen angeht?

 

Ann-Kathrin Karschnick: Der größte Tipp, den man geben kann, ist: ;an sollte einfach nicht aufhören, ganz viel Geduld haben. Die Verlagswelt ist sehr langsam und die Mühlen sind extrem träge. Dementsprechend dauert es manchmal ein wenig länger, bis man eine Veröffentlichung erreicht. Ich habe den Phönix zum Beispiel Anfang 2011 geschrieben. Bei diesem Verlag ging es vergleichsweise schnell, da habe ich mich Anfang des Jahres beworben. Normalerweise dauert es ein bis anderthalb Jahre, bis man eine Veröffentlichung vorzuweisen hat.

Wie gesagt: ganz viel Geduld und immer weiterschreiben, nie aufhören, keine langen Pausen -  ansonsten kommt man aus dem Rhythmus heraus.

 

 Feathergames: Was war das für ein Gefühl, als du die Zusage für deine erste Veröffentlichung bekommen hast?

 

 Ann-Kathrin Karschnick tickt das Aufnahmegerät an: Darf ich hier reinschreien? Das würde in etwa das beschreiben, was ich gefühlt habe. (Unsere Ohren funktionieren noch, keine Panik J )

Es ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl. Man bekommt die Zusage und man denkt sich: „Wooooah, ich hab ein Buch!“ - das ist einfach der Hammer. Das muss man selbst mal erlebt haben, wenn man so viel Mühe in etwas gesteckt hat und dann jemand kommt und sagt, es wäre so gut, dass jemand Geld dafür ausgeben würde – einfach nur geil. Der Hammer.

 

Feathergames:  Janika hat bereits erzählt, dass du die Meinung vertrittst, es gäbe keine Schreibblockaden.

 

Ann-Kathrin Karschnick: Ich habe in der Tat keine Schreibblockaden weil ich denke, dassneine Schreibblockade eine Einstellung des Autors ist. Man kann ja immer weiterschreiben und zur Not die Szene rausstreichen. Das Schlimmste ist, sich im Selbstmitleid zu wälzen und  zu sagen, man sei zu schlecht. Man kann sich hineinsteigern in gewisse Sachen, aber das passiert im Kopf. Man muss nur die richtige Einstellung haben. Deswegen habe ich leider keine Tipps, wie man aus einer Schreibblockade rauskommt, außer gar nicht erst hineinzukommen. Es gibt Schreibunlust, die habe ich auch manchmal. Da sitze ich dann manchmal vor dem Rechner, seufze, und denke mir: „Nee, heute nicht“,  klappe den Laptop zu oder mache eine "Doctor Who"-Folge an oder Ähnliches.

 

Feathergames:  Willst du noch etwas zum Schluss sagen?

 

Ann-Kathrin Karschnick: Ich bin etwas anders, so wie die Leute mich hier erlebt haben. Ich bin ein sehr extrovierter Mensch und ich habe absolut keine Ahnung, was man sonst noch so am Ende eines Interviews erzählt, deswegen rede ich gerade wahrscheinlich irgendwelchen Blödsinn. Nein, für die, die es interessiert: Ich mache Geocaching, leite das Jugendrotkreuz bei mir in meinem Heimatort und unterrichte Kinder in Erster Hilfe. Ansonsten freue ich mich auf die vielen, neuen Projekte und sage vielen, vielen Dank.

 

Feathergames:  Das sagen wir ebenfalls!