Interview mit Annette Hillringhaus - Julie (Juni 2012)




Feathergames: Du bist 1968 geboren, wie lange hat es gedauert, bis du dein erstes Buch veröffentlicht hast?


Annette Hilringhaus: Och, eigentlich nicht besonders lange. Ich habe schon als Kind Bücher rausgegeben. Naja, ich habe Bildergeschichten auf Zettelchen gemalt und die dann zu einem Heft zusammengetackert. Diese Bücher waren Unikate und die Öffentlichkeit bestand aus meinen Eltern. Ein Werk davon ist übrigens unvollendet. Vielleicht erleben wir ja noch den Tag, an dem es fertiggestellt wird. Das Wort „Ende“ steht allerdings schon hinten drauf.

Mein nächster Versuch, ein Buch zu veröffentlichen, ging dann völlig in die Hose. Als ich mal erklärte „Ich schreib jetzt ein Buch“, einen Zettel nahm und darauf schrieb „ein Buch“, war ich die einzige, die sich darüber halb schlapp gelacht hat. Deswegen wurde es dann auch nicht publiziert.

Zwischendurch habe ich allerdings kürzere und längere Geschichten geschrieben und sie verschenkt. Meine ersten Publikationen, die tatsächlich publiziert wurden, entstanden im Zusammenhang mit meiner Arbeit als Museumskuratorin. Hierfür schreibe ich immer mal wieder was im Bereich der Sach- bzw. Fachliteratur. 2011 ist schließlich meine erste Publikation im belletristischen Bereich herausgekommen, „Das kleine rote Osterei und die Weltreise“, 2012 folgte „zwei kleine rote Ostereier haben viel zu tun“.


Feathergames: Wie bist du auf die Idee mit dem kleinen roten Osterei gekommen?


Annette Hilringhaus: Ich hatte den Eierbecher auf einem Flohmarkt gekauft, weil ich ihn einfach nur schön fand; keine Ahnung, was ich mal damit machen könnte. Als ich dann an Ostern ein kleines rotes Osterei (ohne Augen) geschenkt bekommen habe, war für mich der Rest klar, da kam mir sofort „das da“ in den Sinn. Wenn mich mal eine kreative Phase packt, dann kann ich nachher nicht mehr nachvollziehen, wie das alles eigentlich genau passieren konnte.


Feathergames: Was ist deine Inspiration beim Schreiben? Was hilft dir bei einer Blockade?


Annette Hilringhaus: Zum Schreiben muss ich in der richtigen Stimmung sein. Wenn ich das nicht bin, dann geht da gar nichts. Es kann also passieren, dass ich einige Tage wie wild schreibe und dann wochenlang gar nicht. Deswegen kenne ich auch so was wie Blockaden nicht. Entweder mir ist nach Schreiben oder nicht. Was dazwischen gibt es nicht (höchstens bei den beruflichen Schriften,“ wenn das Ding raus muss“).


Feathergames: Wie stehen deine Familie und Freunde zum Schreiben? Unterstützen sie dich dabei?


Annette Hilringhaus: Die finden das witzig. Ich werde oft gefragt, woran ich gerade wieder sitze oder wann sie mit dem nächsten Folgeband rechnen können. Ich wüsste eigentlich niemanden, der das nicht gut findet. Manchmal hängen mir auch die Leute in den Ohren, die meine Manuskripte gelesen haben, wann das Buch denn endlich mal auf den Markt kommt. Das freut mich dann natürlich sehr, weil das, was ich schreibe,anscheinend gut ankommt. Klar gibt es auch Kritiken, die sind mir besonders wichtig, denn wenn immer alles nur gelobt wird, dann kann da wohl was nicht stimmen!  

Feathergames: Du hast bei BOD veröffentlicht. War das deine erste Anlaufstelle oder hast du dich zuerst bei einem Verlag beworben?


Annette Hilringhaus: Zuerst hatte ich gar nicht vor, diese Geschichte zu publizieren. Aber dann haben mich meine Leute doch überreden können, Verlage anzuschreiben. Die wiederum fanden das Osterei ganz gut, aber es passte nirgendwo so richtig rein. Jeder Verlag hat mich zu Verlagen mit anderen Genres geschickt, weil das Buch nicht in das eigene Profil passen würde. Es ist kein Kinderbuch, aber auch nicht nur für Erwachsene, zu skurril, zu abgefahren, blabla. Naja, dann hat mir das ganze Gehampel irgendwann gereicht und ich habe das Buch von heute auf morgen bei BoD rausgebracht. Geht doch.

Feathergames: Wird es noch einen dritten Band zu deiner „Osterei“-Serie geben oder widmest du dich neuen Projekten?


Annette Hilringhaus: Ja, weitere Osterei-Bände sind in Planung. Mal sehen, vielleicht kommt nächste Ostern der dritte Band raus. Schöner wäre es allerdings, wenn ich es zu Weihnachten machen würde, aber das versteht dann wieder keiner, was das soll. Dabei haben meine Osterei-Bücher ja nun wirklich nichts mit Ostern zu tun!


Feathergames: Liest du in deiner Freizeit? Wenn ja, hast du ein Lieblingsbuch oder einen Lieblingsautoren?


Annette Hilringhaus: Das ist so eine Sache mit dem Lesen. Bis vor ca. drei Jahren konnte ich nicht genug lesen, dann kam plötzlich die Wende: Als wir die Koffer packten, um in Ferien zu fahren, nahm mein Mann wie immer einen ganzen Stapel Bücher mit und ich überlegte krampfhaft, was ich mitnehmen könnte. Mir war aber nicht danach, ein Buch zu lesen. Eigentlich eher, eins zu schreiben. Deshalb habe ich schließlich Notizblock und Stift mitgenommen und meinen Laptop. Dabei rausgekommen ist der Kinderroman „Minna, grüne Minna“, der jetzt beim Pax et Bonum Verlag in Berlin erscheint. Folgebände sind auch schon in Arbeit.

Ansonsten „lese“ ich abends vorm Einschlafen immer noch liebend gern Cartoons. Meine Favoriten sind „Hägar the Horrible“ (die englische Version hat diese genialen Wortspiele), Gary Larson, manchmal die Peanuts und ganz besonders gern „Calvin & Hobbes“. Hier sind kindliche Logik, Missverständnisse, unterschiedliche Auffassungen und die daraus resultierenden verrückten Situationen und Missgeschicke ausschlaggebend für eine gnadenlose Komik.


Feathergames: Was kannst du angehenden Autoren empfehlen? Hast du Tipps, wie man sich am besten motivieren könnte?


Annette Hilringhaus: Macht euch keinen Druck, etwas aufs Papier zu bringen. Wenn ihr was unter Zwang schreibt, kommt sowieso nicht richtig Gutes dabei raus. Ihr könnt es aber besser! Geht also mit der richtigen Lust und passenden Laune ans Schreiben oder lasst es lieber bleiben, bis euch danach ist.

Feathergames: Hast du abschließend noch eine Nachricht an unsere Fans?


Annette Hilringhaus: Hm. Mal überlegen … Ach ja, vielleicht sollte man sie mal vorsichtig darauf hinweisen: Ihr wißt, dass ihr ein abgefahrenes Hobby habt, oder?

 


Die bisher erschienen Bücher von Annette Hillringhaus:

 

Das kleine rote Osterei und die Weltreise:

http://www.amazon.de/Das-kleine-rote-Osterei-Weltreise/dp/3842350937/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1339588729&sr=8-1

ISBN: 978-3-8423-5093-9

 

Zwei kleine rote Ostereier haben viel zu tun:

http://www.amazon.de/Zwei-kleine-rote-Ostereier-haben/dp/3844817557/ref=pd_sim_sbs_b_1

ISBN: ISBN 978-3-8448-1755-3

 

Minna, grüne Minna:

http://www.amazon.de/Minna-gr%C3%BCne-Die-Himbeersaftgang/dp/3943650189/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1339588729&sr=8-3

ISBN: ISBN 978-3-9436-5018-1

 

Die Eier nehmen bereits eine Homepage in Beschlag!

 

www.das-kleine-rote-osterei.de

 

Und die Autorin hat selbstverständlich auch eine erschaffen: