Feathergames: Du hast vor wenigen Wochen dein erstes Buch veröffentlicht. Wie war das Gefühl, zum ersten Mal sein eigenes Buch in den Händen zu halten? Zu wissen, dass man einen wichtigen Schritt in die Literaturwelt geschafft hat?

 

Pia Hepke: Ich habe so lange darauf hin gefiebert, bis die Bücher dann endlich bei mir zu Hause eintrafen. Es war einfach toll und solch ein Gefühl kann man wohl nicht beschreiben.

Aber am meisten freute ich mich bereits darauf, meine Bücher unter die Leute zu bringen. Ich stellte mir vor, dass nun ganz viele Menschen solch ein Buch in den Händen halten und es lesen können. Ich war so kribbelig und konnte es kaum noch erwarten, dass es endlich losgeht.

Ich wollte einfach nur noch anfangen.

 

Feathergames: Was war deine erste Reaktion als du die Zusage für die Veröffentlichung hattest?

 

Pia Hepke: Zunächst einmal Unglauben. Ich hatte doch tatsächlich noch jemanden gefunden, der mein Buch veröffentlichen wollte.

Nach einer gewissen Anzahl an Absagen glaubt man selber nicht mehr an eine positive Rückmeldung. Und auch wenn man jedes Mal hofft, so ist man doch bereits auf die Absage gefasst. Als es dann aber keine war, musste ich die Nachricht erst einmal zwei Mal lesen, um sicher zu gehen.

Danach habe ich einen kleinen Freudentanz vollzogen und meine Familie informiert.

 

Feathergames: Du bist auch zeichnerisch begabt. Ist das Cover von dir selbst erstellt oder war jemand anderes dafür zuständig?

 

Pia Hepke: Witzig, diese Fragen stellen mir viele Leute *lach*
Aber nein, das Cover ist nicht von mir. Michaela Frech hat es gemacht. Ich habe lediglich eine Zeichnung hingeschickt, wie ich mir den Drachen vorstelle, der auf dem Cover abgebildet werden sollte.

Auch wenn ich es nicht selber gemalt habe, so bin ich doch sehr zufrieden mit dem Ergebnis und höre auch häufig Lob für das schöne Cover. Welches mir ganz wichtig war, da ich selber ein ziemlicher Cover-Käufer bin.

Ein Cover ist meiner Meinung nach das erste, was einen Leser anspricht oder eben nicht. Wenn ich im Buchladen durch die Reihen laufe, dann schnapppe ich mir hier und da ein Buch, weil mich das Cover interessiert und dann drehe ich es um und lese den Inhalt.
Auch bei Amazon klicke ich die Bücher an, dessen Cover vielversprechend aussehen.

Ob das Buch dann tatsächlich etwas für mich ist, entscheidet zwar der Klappentext und eventuell noch die Rezensionen, aber als erstes muss ich das Buch ja einmal wahrnehmen und dass geschieht zumeist übers Cover beziehungsweise aufgrund des Covers.

 

Feathergames: Wie bist du zu dem Thema Drachen gekommen? Was gefällt dir an diesen Fantasywesen?

 

Pia Hepke: Ich fand Drachen schon immer faszinierend. Sowieso liebe ich alles, was eine gewisse Gefahr und Eleganz ausstrahlt. Wie zum Beispiel Raubkatzen, Löwen, Tiger, Puma. Aber auch Wölfe und Adler gehören zu meinen Favoriten.

Es reizte mich einfach, aus dem meist gefährlichen, bösen Drachen eine Hauptfigur zu schaffen, die man einfach genauso lieben muss, wie ich sie auch bereits als böse Figuren liebe. Majestätisch, erhaben, schön. So sehe ich Drachen und andere Raubtiere.

Außerdem liebe ich Drachenbücher. Ich habe zwar beim Lesen nie darüber nachgedacht, auch einmal ein Buch über Drachen zu schreiben, aber als sich die Frage dann stellte, war es klar. Sie würden in meinem Buch vorkommen, da gab es kein Wenn und Aber mehr, die Entscheidung war gefallen.

 

Feathergames: Bist du berufstätig, studierst du oder ähnliches oder ist Schreiben dein Hauptberuf?

 

Pia Hepke: Momentan ist schreiben nicht mein Hauptberuf, sondern noch eher Hobby. Da ich noch ganz am Anfang stehe, könnte ich davon wohl nicht leben. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Ich habe nach meinem Abitur ein Fernstudium angefangen, das ich dieses Jahr beenden konnte und arbeite Halbtags als Sprechstundenhilfe in der Naturheilpraxis meiner Mutter.

Nebenbei male ich noch ab und zu ein paar Auftragsbilder, allerdings ist das rein nebenberuflich und ich strebe auch keine hauptberufliche Tätigkeit als Künstlerin an. Das ist und soll (im Gegensatz zum Schreiben) auf jeden Fall auch weiterhin Hobby bleiben. Alles, was an Aufträgen an mich heran getragen wird, mache ich gerne, aber ich möchte nicht darauf angewiesen sein.

 

Feathergames: Was liebst du am Schreiben?

 

Pia Hepke: Ich liebe es, etwas zu tun, was mir Spaß macht. Es machen zu können, wann immer ich will. Und das meine Ideen eine ganz neue Welt erschaffen können, in die sich auch andere verirren können.

Außerdem ist das Gefühl, wenn die Figuren sich verselbstständigen unglaublich. Auch wenn die Dinge, die ich zuvor schrieb und von denen ich noch nicht wusste, wohin sie mich führen würden, mit einem mal einen Sinn ergeben... Unglaublich. Ich liebe es!

Das Schreiben bietet einem so viele Möglichkeiten. Man kann darin eine Fluchtmöglichkeit sehen, beispielsweise vor der Realität. Oder eine Art und Weise sich selber zu verwirklichen. Es bietet einem die Möglichkeit Probleme und Ängste zu verarbeiten.

Aber am aller schönsten ist es, dass ich andere Menschen für einige Stunden in eine andere Welt entführen kann. Die begeisterten Stimmen derjenigen, die meine Schreiberei lesen, das ist das Höchste. Und genau dafür schreibe ich und das liebe ich am meisten am Schreiben!

 

Feathergames: Wirst du von deinem Umfeld unterstützt, was deine Leidenschaft angeht?

 

Pia Hepke: Meine Mutter ist eine begeisterte Leserin meiner Werke. Obwohl sie auch immer einiges an Kritik hat (hier kommt ständig dasselbe Wort vor / diesen Satz versteh ich nicht, da hast du wieder so einen komischen Kram geschrieben) Aber gerade diese ehrliche Meinung gibt einem ja die Möglichkeit die Dinge zu verbessern.
Ich versuche mich momentan an Schreibwettbewerben für Kurzgeschichten und auch diese gebe ich ihr zu lesen.

Papa ist in der Hinsicht weniger einfach zu begeistern. Im Urlaub, wenn er richtig viel Freizeit hat, hat er angefangen zu lesen, aber außerhalb des Urlaubs zu Hause ist es schwieriger ihn dazu zu bewegen.

Es sagt jedoch keiner in meinem Umfeld, dass ich die Schreiberei lassen soll. Solange ich es in meiner Freizeit tue, sind alle damit einverstanden. Und ich bekomme zum Glück keine Sätze wie „Das ist eine brotlose Kunst, mach gefälligst was vernünftiges“ zu hören. Schließlich mal eich ja auch, was selbstverständlich in den meisten Fällen auch nicht zum Leben reicht.
Doch bisher sind sowohl das Schreiben als auch das Malen reine Freizeitbeschäftigung, die nebenbei auch noch ein wenig Geld einbringen. Aber insgeheim hege ich ja die Hoffnung, dass da beim Schrieben noch mehr geht.

 

Feathergames: Was oder wer motiviert dich immer wieder aufs Neue?

 

Pia Hepke: Meine Ideen! Die vielen Einfälle, die ich so zwischendurch habe und dann unbedingt aufschreiben muss.

Wenn ich nicht schreibe, dann habe ich teilweise irgendwie zu viel Zeit. Vor allem, wenn ich gerade eine Schreibphase hinter mir habe, hatte ich Momente, wo ich abends nichts mit mir anzufangen wusste, weil ich mit dem Schreiben ja fertig war.

Wenn ich ein Buch in der Rohfassung abgeschlossen habe, dann freue ich mich zwar erst einmal, es geschafft zu haben und nun eine Pause zu haben. Aber gleichzeitig freue ich mich auch schon wieder auf das nächste Buch. Und kann es kaum noch abwarten, bis ich wieder anfangen kann.

Außerdem sind da noch die Meinung meiner Testleser. Die wollen unbedingt wissen, wie´s weitergeht und drängen mich geradezu dazu, endlich weiterzuschreiben.

 

Feathergames: Du arbeitest momentan an einem neuen Projekt - “Marked Eyes”. Wie kamst du auf die Idee? Ist sie dir einfach so zugeflogen? Hast du pararell zu deiner Tetralogie an dem Projekt gearbeitet?

Wird das ein Einzelband oder wieder eine Reihe?

 

Pia Hepke: Die Idee kam mir in einem Traum. Beziehungsweise ich hatte einen Traum, der mir dann zu der Idee für die Geschichte diente.
Als ich den Traum hatte, habe ich ihn sogleich aufgeschrieben, weil mich die Idee mit den tätowierten Augen so faszinierte. Und für mich stand von vornherein fest, dass ich daraus eines Tages ein Buch machen würde. Aber das ist schon einige Jahre her und damals war ich voll auf mit dem Schrieben und Planen meiner Drachensaga beschäftigt.

Erst als ich kurz vor dem Schreiben des vierten und letzten Teils stand, machte ich mir Gedanken über meine Traumidee. Ich fing an Charaktere zu entwickeln, ihnen Namen zu geben und mir eine Grundlage zu überlegen. Dann schrieb ich die erste Szene, den Anfang, ein Ende und danach machte ich Pause. Denn zunächst musste ich mich wieder meiner Tetralogie widmen.

Leider bin ich im Moment so sehr damit beschäftigt, mein Buch unter die Leute zu bringen, dass ich keine richtige Zeit zum Schreiben finde. Deswegen auch die Ausweichmöglichkeit mit den Kurzgeschichten. Sobald sich alles etwas beruhigt, freue ich mich schon darauf, an dem nächsten Buch zu schreiben.

Im Moment ist „Marked Eyes“ als Einzelband geplant. Wobei ich mich überraschen lasse, wie viele Seiten ich mit der Geschichte füllen kann und dann nach der Seitenzahl entscheiden werde, wie es weitergeht.

 

Feathergames: Was für einen Tipp würdest du Schreiberlingen mit auf den Weg geben?

 

Pia Hepke: Erstens: (ganz wichtig) Nie aufgeben! Das ist es, was jemanden mit einem Traum von jemandem mit einer Idee unterscheidet. Ideen sind dazu da, um umgesetzt zu werden. Träume um zu träumen.

Und zweitens: Man sollte so viele Testleser wie möglich um sich versammeln, von denen man weiß, dass sie nicht unbedingt ein Blatt vor den Mund nehmen, wenn es um eine ehrliche Meinung geht. So etwas hilft einem ungemein weiter!

 

Wir danken Pia Hepke für dieses umfangreiche Interview und wünschen ihr auch weiterhin viel Erfolg mit ihren Büchern!

 

Website der Autorin: http://pia-hepke.jimdo.com/

„Das Geheimnis Nebels“ auf Amazon

http://www.amazon.de/Das-Geheimnis-Nebels-Pia-Hepke/dp/3937344993/

ISBN: 978-3937344997 

 

Pia Hepke mit ihrem Hund "Amber"