Interview mit Sandra Henke - Janika (April 2012)

 

 

Feathergames: Du schreibst ja Erotik bzw Romantic Fantasy - wie reagieren Kollegen aus anderen Genres und Dein Umfeld darauf?

 

Sandra Henke: Auf der einen Seite gibt es immer noch Kollegen, die auf Erotikautoren herabschauen, dabei müssen wir genauso unser Handwerk beherrschen wie sie, denn ich schreibe keine Pornos, sondern erotische Spannungsromane und die verlangen weitaus mehr als Sex.

Auf der anderen Seite hat die Erotik längst Einzug in andere Genres, wie z.B. Liebesromane und in Romantasy, gehalten. Man sollte kaum glauben, wie viele „seriöse“ Autoren unter Top-Secret-Pseudonym Erotik veröffentlichen.

Als ich die ersten erotischen Romane schrieb, kamen zwar schon mal ein paar Kommentare aus meinem Umfeld, aber diese hielten sich in Grenzen, vermutlich weil ich von Anfang an offensiv mit dem Genre umgegangen bin. Ich bin ein offener Mensch, mir macht es Spaß, mir prickelnde Geschichten auszudenken, und als Autor bieten sie mir die Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln.

 

Feathergames: Wie kamst Du auf die Idee, zu schreiben, und das gerade in diesen Genres?

 

Sandra Henke: Als der Plaisir d’Amour Verlag damals anfing, fragte mich meine Autorenkollegin Kerstin Dirks, ob ich nicht Lust hätte, mit ihr gemeinsam einen erotischen Vampirroman zu verfassen. Begierde des Blutes war ein Experiment, das so gut bei den Lesern ankam und uns selbst begeisterte, dass wir eine Trilogie daraus machten, die inzwischen in einem Buch unter dem Titel Die Vampirloge Condannato auf dem Markt erhältlich ist.

 

Feathergames: Viele Autoren ziehen ihre Inspiration ja aus dem ganz alltäglichen Leben. Wie ist das bei Dir? Helfen Dir außerdem Musik, Filme oder sonstiges?

 

Sandra Henke: Alles kann inspirierend sein, auch Zeitungsartikel oder etwas, das man erzählt bekommt. Als Autor saugt man alles automatisch in sich auf und irgendwann spuckt die Kreativität einen Fetzen davon wieder aus. Dann schaut man, ob man aus diesem Fragment einen ganzen Roman stricken könnte. Aber woher die Idee für jeden meiner Romane stammte, kann ich nicht immer genau ausmachen.

 

Feathergames: Gerade diesen Monat ist Dein neuer Roman Alphaluchs erschienen, Band drei der Alpha-Reihe. Wie lange hast Du an diesem Roman geschrieben?

 

Sandra Henke: Wie lange ich für ein Manuskript brauche, hängt sehr davon ab, wie umfangreich das Buch am Ende werden darf, falls es denn überhaupt eine Einschränkung gibt. Üblicherweise brauche ich um die drei bis vier Monate für ein Manuskript. Manchmal ist die Überarbeitungsphase darin enthalten, manchmal kommt sie noch oben drauf. Das kommt nicht nur auf den Umfang, sondern auch auf die Komplexität des Stoffs an.

 

Feathergames: Was ist Dein nächstes Projekt? Magst Du uns vielleicht ein wenig davon erzählen?

 

Sandra Henke: Zurzeit überarbeite ich das Manuskript für einen paranormalen Liebesroman, der im Winter vom Heyne Verlag herausgegeben wird. Mehr möchte ich noch nicht verraten.

 

Feathergames: Wie ist es für Dich, für mehrere Verlage zu schreiben? Überschneiden sich Projekte/Aufträge, gibt es Konkurrenzverhalten?

 

Sandra Henke: Ich muss gut planen, was die Abgabetermine der einzelnen Projekte betrifft, damit ich genügend Zeit habe, die Romane zu schreiben und nicht in Bedrängnis komme. Was die Arbeit eines Autors betrifft, macht er oft mehrere Dinge gleichzeitig. Er schreibt an einem Manuskript, schiebt ein Lektorat dazwischen und schreibt auch noch Exposés zwischendurch. Die verschiedenen Baustellen können unter Umständen zu unterschiedlichen Verlagen gehören.

Konkurrenzverhalten gibt es erfreulicherweise nicht, was ich dem Mira, Heyne und dem Ubooks Verlag hoch anreche. Sie versuchen natürlich, ihre Projekte als Erste in meinem Zeitplan unterzubringen, aber sie halten mich nicht ab, auch für andere zu schreiben. Allerdings sind die Romane auch alle ein wenig unterschiedlich. Bei Mira erscheinen von mir erotische Krimis zwischen 300 – 450 Seiten, Heyne gibt meine Soft-SM-Romane (und bald einen paranormalen Liebesroman) heraus und der Ubooks Verlag veröffentlicht meine Alpha-Reihe, paranormale Liebesromane mit einem Schuss Erotik.

 

Feathergames: Was ist Dein persönlicher Lieblingsautor, welches Dein Lieblingsbuch?

 

Sandra Henke: Begeistert haben mich Jussi Adler-Olson mit seiner Moerck-Serie, Michael Robotham und von ihm besonders Todeswunsch und Dein Wille geschehe. Welches Buch ich früher total gut fand, war @Eros von Greg Iles, das möchte ich unbedingt ein zweites Mal lesen, um herauszufinden, ob es mich nach den vielen Jahren immer noch überzeugt.

 

Feathergames: Was tust Du gern in Deiner Freizeit?

 

Sandra Henke: Ich bin gerne in der Natur, spiele unter freiem Himmel Speedminton oder gehe am Wochenende wandern. Selbstverständlich lese ich viel, nicht nur aus beruflichen Gründen, sondern auch weil ich möchte. Dass ich an gar keinem Buch lese, kommt selten vor. Ich mag es, neue Rezepte auszuprobieren, Freunde zu treffen und mir Filme anzuschauen. Geschichten – ob nun als Buch, Kinofilme, Dokumentationen oder Zeitungsartikel – interessieren mich einfach.

 

Feathergames: Erfährst Du beim Schreiben und als Autorin allgemein besondere Unterstützung aus Familien- und Freundeskreis?

 

Sandra Henke: Besondere Unterstützung erfahre ich eigentlich nicht, brauche ich auch nicht. Schreiben ist im Alltag eine einsame Tätigkeit, aber ich habe schon Familienmitglieder gebeten, mir mit ihrem Fachwissen weiterzuhelfen. Ich tausche mich gerne mit Autorenkollegen aus und habe eine wundervolle Erstleserin, die mir mit ihrer Kritik hilft.