Interview mit R.D.V Heldt - Janika (September 2012)

 

 

Feathergames: Du hast Dich auf kein bestimmtes Genre festgelegt, sondern schreibst munter in alle Richtungen, die Dir in den Kopf kommen. Muss man dafür nicht noch mehr Fantasie haben als Autoren, die in nur ein oder zwei Genres schreiben? Wie ist es, so vielfältige Geschichten zu schaffen?

 

R.D.V. Heldt: Ich schreibe in unterschiedlichen Genre, weil das Leben auch viele unterschiedliche Facetten hat. Ich würde nicht sagen, dass ich munter in alle Richtungen schreibe, denn es gibt durchaus Themen, die ich nicht behandeln würde. Fantasy gehört immer dazu, dabei ist es egal, ob es ein oder mehr Genre sind. Wenn sich bei mir eine Idee manifestiert hat, überlege ich, ob daraus eine Geschichte entstehen kann und ob meine Leser sich dafür interessieren könnten. Einige meiner Bücher, wie z.B. Das große Kinderkochbuch, ist aus der Überlegung entstanden, dass Kinder sich immer mehr dem Fastfood zuwenden und nicht mehr mit dem Umgang und der Verwendung einfacher Lebensmittel vertraut sind. Mit meinem Buch möchte ich sie ermutigen, selbst Speisen zuzubereiten und ihnen aufzeigen, wie viel Spaß dies macht und am Ende auch noch schmeckt.

 

Feathergames: Auf Deinem Blog ist zu lesen, dass Du schon viel geschrieben hattest, bevor Du Deine Werke gesammelt veröffentlicht hast. Was bewegte Dich zu diesem Schritt, auf einmal an die Öffentlichkeit zu gehen?

 

R.D.V. Heldt: Mein Mann! Er meinte, die Geschichten sind doch gut zu lesen und sollten nicht in der Schublade verstauben. Ich glaub ihm das mal!

 

Feathergames: Woher nimmst Du Deine Inspiration, gerade zu so vielen unterschiedlichen Geschichten?

 

R.D.V. Heldt: Das ist einfach beantwortet: Aus dem Leben. Manchmal ist es nur ein Impuls der mir eine Idee liefert und als Grundlage für eine Geschichte dient.

 

Feathergames: Unter welchen Umständen schreibst Du am liebsten?

 

R.D.V. Heldt: Abends, in vollkommener Ruhe und allein. Mein Motto lautet nicht umsonst

Schreiben ist wie auf Wolken zu fliegen. Ich identifiziere mich dann mit meinen Geschichten und bin immer mittendrin.

 

Feathergames: So viele Geschichten zu schreiben, fordert viel Zeit. Wie stehen Deine Familie und Dein Umfeld dazu, wenn Du Dich zum Schreiben zurückziehst? Und unterstützen sie Dich im Allgemeinen?

 

R.D.V. Heldt: Ein klares JA. Meine Familie ist in dieser Hinsicht sehr tolerant und besonders von meinem Mann erhalte ich jede Unterstützung, die ich benötige.

 

Feathergames: Auf Amazon haben Deine Bücher bislang ausschließlich gute bis sehr gute Durchschnitts-Bewertungen. Wie fühlt es sich an, von den Lesern so positive Rückmeldung zu erhalten?

 

R.D.V. Heldt: Das fühlt sich sehr gut an und bestätigt, dass mein Mann recht hatte, indem er mir geraten hat, die Bücher zu veröffentlichen.

 

Feathergames: Was tust Du gerne in Deiner Freizeit, wenn Du nicht gerade schreibst?

 

R.D.V. Heldt: Außer meinen Mann ärgern, lese ich gern und schwimmen ist meine Leidenschaft. Ich liebe die Natur und Tiere und wünschte, ich hätte mehr Zeit für ausgedehnte Spaziergänge.

 

Feathergames: Was findest Du persönlich besser – Printbücher oder eBooks?

 

R.D.V. Heldt: Ich gehöre zu der Generation, die mit Printbüchern aufgewachsen ist, darum stehen davon viele bei mir im Regal. Praktischer finde ich eBooks, weil man hier statt viel Platz nur einen Reader benötigt und in nur einem Gerät viele Bücher zur Auswahl hat.

 

Feathergames: Wie schätzt du die Chancen von Selbstverlegern gegenüber (Groß-)Verlagsautoren ein?

 

R.D.V. Heldt: Ich finde, es kommt immer auf das Buch an. Wenn dies gut ist, spielt es keine Rolle, ob ein Verlag dahintersteht, oder ob es selbst verlegt wurde. Der Leser schaut nicht nach dem Verleger, sondern auf das Buch.

 

Feathergames: Wenn Du einen Wunsch frei hättest, was das Schreiben, veröffentlichen und Vermarkten angeht, welcher wäre das?

 

R.D.V. Heldt: Das Verlage und Selbstverleger endlich zu einem Miteinander finden und sich auf das Wesentliche, nämlich auf den Leser besinnen und nicht ständig versuchen, sich gegenseitig zu schaden.

 

Feathergames: Wie ist es für dich, ein Buchprojekt abzuschließen und in die Freiheit des Buchmarktes zu entlassen?

 

R.D.V. Heldt: Schön und aufregend. Schön, weil man sein Werk vollendet hat und aufregend, weil man auf die Leserreaktion gespannt ist. Das Gefühl lässt sich ein wenig damit beschreiben, als wenn man ein Samenkorn in die Erde setzt und aus diesem dann etwas entsteht, was man ernten kann.

 

Feathergames: Im Selbstverlag zu veröffentlichen bedeutet viel Arbeit. Bewältigst Du diese ganz allein oder lässt Du Dir helfen? Und hältst Du es für gut oder gar sehr wichtig, diese Arbeiten auch mal selbst verrichten zu müssen?

 

R.D.V. Heldt: Ich halte es schon für wichtig, diese Arbeiten selbst zu machen, damit der Bezug zum Buch mit allem drum und dran erhalten bleibt, auch wenn es sehr zeitaufwendig ist und das Schreiben manchmal etwas zu kurz kommt. Wenn ich technisch einmal total durchhänge, steht mir hilfreich mein Mann zu Seite.

 

Feathergames: Was ist das wichtigste noch zu erreichende Ziel, das Du Dir für das Schreiben gesetzt hast?

 

R.D.V. Heldt: Ich denke, ich spreche im Namen aller Kollegen/innen wenn ich sage, einmal ein Buch zu schreiben, das viele Leser erreicht und begeistert und sich somit an die Rankingspitze setzt.

 

Feathergames: Hast Du noch eine abschließende Nachricht an die Feathergames-Leser?

 

R.D.V. Heldt: Schreiben ist Leidenschaft, Gefühl und Emotion. Dies sind meine Begleiter, wenn ich meine Geschichten zu Papier bringe. Durch die verschiedenen Genres öffne ich mich einer breiten Leserschaft, denn jeder Mensch ist individuell und hat seinen eigenen Geschmack, der bedient werden sollte.

Ich bedanke mich bei all meinen Lesern, die sich für eines meiner Bücher entschieden haben, um, wie ich, die geschriebenen Geschichten zu „erleben“.

 

Feathergames: Wir bedanken uns für das Interview, es hat Spaß gemacht, Dir diese Fragen zu stellen!