Interview mit Monika Baitsch - Yanny (März 2012)

 

 

Feathergames: Du schreibst Hilfmir Bücher, die den Kindern als Mutmacher dienen und außerdem das positive Denken der Kinder anregen sollen. Kannst Du unseren Lesern kurz das Konzept dahinter schildern und wie Du zum Schreiben gekommen bist?

 

Monika Baitsch: Das war purer Zufall! Als mein großer Sohn eingeschult wurde, dachte ich, dass ich ihm etwas an die Hand geben muss, das ihm ein wenig Selbstvertrauen schenkt. Im Kindergarten hatte er fast täglich eine blutige Nase, hätte sich aber nie gewehrt. Ich hab ihm dann ein kleines Stofftierchen in seine Schultüte gepackt und einen Brief vom Hilfmir, so nannte ich das Tierchen damals, dazu, in dem er sich vorstellt und erklärt, wie man ihn für sich nutzen kann. Es war erstaunlich, wie mein Sohn diesen Hilfmir für sich genutzt hat und dieser immer wieder positive Ergebnisse hervorgerufen hat. Es war immer mal wieder der Gedanke da, dass man so etwas allen zugänglich machen sollte, aber wie? Erst im vergangenen Jahr wurde ich durch verschiedene Ereignisse mit der Nase darauf gestoßen, einfach ein Buch über den Hilfmir zu schreiben, und habe das dann voller Begeisterung, aber dennoch absolut heimlich gemacht und veröffentlicht.

Das Konzept ist relativ einfach: Die Kinder haben immer etwas an ihrer Seite, das sie daran erinnert, was sie können und dass sie etwas können. Hilfmir macht Mut und unterstützt, er ist ein kleiner Freund, der den Fokus auf das Positive lenkt, denn dann "passiert" das auch.

 

Feathergames: Was hält Deine Familie davon? Freut es Deine Kinder, als "Vorbild" für Deine Bücher gedient zu haben?

 

Monika Baitsch: Die Geschichten haben zwar reale Hintergründe und beruhen teilweise auf Erfahrungen von mir, meinen Söhnen, Neffen und meiner Nichte, sind aber an sich frei erfunden und bunt zusammengemischt. Keiner kann sagen, dass es seine Geschichte ist, einige haben aber Passagen durchaus wiedererkannt. Einige waren enttäuscht, weil sie es anders erwartet hatten, wieder andere heilfroh, dass ich nicht aus dem Nähkästchen geplaudert habe.

 

Feathergames: Hast Du vorher schon gerne geschrieben, etwas, woran Du bei Deinen Büchern anknüpfen konntest?

 

Monika Baitsch: Ich habe mir vorher niemals vorstellen können, einmal ein Buch zu schreiben! In der Schule musste ich zwar bei Aufsätzen immer aufpassen, dass ich den Rahmen nicht sprenge, aber ein ganzes Buch?
Aber auch bei mir gilt: "Was man wirklich will, das schafft man auch!" und so habe ich dann die Idee in die Tat umgesetzt.

 

Feathergames: Wie schreibst Du deine Bücher am Liebsten? Sitzt Du am Schreibtisch oder draußen? Hörst Du dabei Musik?

 

Monika Baitsch: Am liebsten ist es mir, wenn keiner im Haus ist und ich stundenlang ungestört schreiben kann. Da das selten vorkommt, schreibe ich meist am Vormittag, wenn alle bei der Arbeit und in der Schule sind.
Da mir auch zwischendrin immer mal wieder etwas einfällt, dass ich nachschauen will oder unbedingt ergänzen muss, steht mein Laptop dann immer mittendrin, nämlich auf dem Esszimmertisch. Da kann ich schön in den Garten schauen und meine Gedanken schweifen lassen.

 

Feathergames: Dann schreibst Du also am liebsten in der Stille. Dein erstes Buch hast Du ja heimlich geschrieben. Hast Du inzwischen jemanden, mit dem Du Dich über Deine Geschichten berätst?

 

Monika Baitsch: Nein, das bleibt alles bei mir, bis es komplett fertig ist. Ich möchte nicht, dass mir jemand seine "guten Ideen" mitteilt oder "Verbesserungsvorschläge" macht.

 

Feathergames: Wie sieht es mit Deiner Freizeit aus? Hast Du Lieblingsbücher oder -autoren?

 

Monika Baitsch: Ja klar, Astrid Lindgren! Allein der Satz: " ... ich mache mir die Welt, so wie sie mir gefällt ..." ist genial und steckt voller Wahrheit! Wir alle können uns doch unsere Welt so machen, wie wir sie möchten, in dem wir uns auf das konzentrieren, was wir wollen, und uns selbst vertrauen. Es ist alles eine Frage der Sichtweise. Vielleicht ist es Dir auch schon mal passiert, dass Du beispielsweise nach Amerika geflogen bist und genau in diesem Jahr sind ganz viele Deiner Bekannten auch nach Amerika in den Urlaub. Das ist der Fokus, den ich meine. Und wenn es uns gelingen würde, das auch in anderen Bereichen bewusst anzuwenden, wäre das Leben doch wesentlich leichter, oder? Hier ist auch der Ansatz von meinem Hilfmir: "Was man wirklich will, das schafft man auch!". Es ergeben sich Wege und Möglichkeiten, oder man trifft die richtigen Personen, weil man den Fokus darauf gerichtet hat Ansonsten lese ich noch sehr gerne Biografien, im Urlaub auch gerne mal so einen typischen Frauenroman und sonst eigentlich alles, was mich auf den ersten Blick anspricht.

 

Feathergames: Willst Du unseren Lesern noch etwas sagen?

 

Monika Baitsch: Ja, ich freue mich über jedes Feedback, das ist immer schön, wenn man von den Lesern etwas hört! Man selbst verliert ein bisschen die Distanz zu seinen Büchern und umso wichtiger ist es, dass man die Meinung der Leser kennt.
Ich lasse mich auch gerne zu Lesungen einladen, denn es macht Spaß, im direkten Gespräch zu sein.
Und: Es gibt jetzt auch ein Kartenspiel zum Buch! Es heißt Hilfmir - mein kleiner Freund, das Mutmacher-Kartenspiel. Weitere Infos dazu und zu meinen Büchern kann man auf meiner Homepage
www.monika-baitsch.de finden. Über diese kann man auch am besten Kontakt zu mir aufnehmen.

 

Feathergames: Vielen Dank für dieses aufschlussreiche Interview!

 

Monika Baitsch: Auch Dir vielen Dank! Es hat Spaß gemacht, von Dir interviewt zu werden!

 

Die bisher erschienenen Hilfmir-Bände